- Wirtschaft: GM verspricht Opel mehr Eigenständigkeit
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Der US-Mutterkonzern will Opel zu alter Stärke führen und sagt dem Unternehmen ein hohes Maß an Unabhängigkeit zu. Der Betriebsrat verlangt dafür aber deutliche Signale. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz und Fritz Henderson, Vorstandschef der US-Mutter General Motors (GM), hatten sich zum internen Gespräch getroffen. Darin sicherte Henderson dem Rüsselsheimer Autohersteller mehr Souveränität zu, wie Franz sagte. "Fritz Henderson bekräftigte, dass Opel in Europa wieder zu alter Stärke geführt werden solle, mit einem hohen Maß an Unabhängigkeit und Eigenständigkeit innerhalb des GM- Konzerns", teilte der Gesamtbetriebsratschef im Anschluss mit.
Doch die Arbeitnehmervertreter erwarten deutliche Signale für den größeren Entscheidungsspielraum von Opel. So verlangte Franz erneut die Umwandlung von Opel in eine Aktiengesellschaft: "Damit kann General Motors zeigen, ob die Eigenständigkeit von Opel ernst gemeint ist."
Vor Tagen hatte GM bekannt gegeben, Opel nicht – wie über Monate zuvor geplant – zu verkaufen. Ein mit deutscher Staatshilfe bereits eingefädeltes Geschäft mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und der russischen Sberbank kam nicht zustande. Der Rückzieher der Amerikaner hatte heftige Reaktionen bei den Beteiligten hervorgerufen, darunter bei Bund und Ländern.
Die Betriebsräte erwarten nun einen umfassenden Unternehmensplan für Opel bis 2014 mit einem soliden Finanzierungskonzept. "Wir selbst haben in den vergangenen eineinhalb Jahren mit unseren Beratern einen solchen Plan erarbeitet", sagte Franz. "Wir wissen, wo die wichtigen Stellschrauben für eine erfolgreiche Zukunft von Opel sind." Die Arbeitnehmervertreter würden den GM- Plan an diesen Vorgaben messen und dann entscheiden, ob die Belegschaft in weitere Verhandlungen einsteigt.
Der Betriebsrat hatte sich bereits mit dem Anfang November überraschend abgewiesenen Investor Magna unter anderem auf einen Lohn- und Gehaltsverzicht der Belegschaft von 265 Millionen Euro geeinigt. Im Gegenzug sollten die Arbeitnehmer zehn Prozent an Opel halten und weitergehende Mitbestimmungsrechte bekommen. Magna hatte auch zugesagt, alle deutschen Werke zu erhalten. Das ist seither wieder offen.
Am Dienstag bestätigten sich auch Berichte über eine Personalie: Neuer Opel-Chef ist ab sofort GM-Manager Nick Reilly. Der 59 Jahre alte Brite soll das GM-Europageschäft aber nur vorübergehend leiten, bis eine langfristige Lösung gefunden wird, teilte GM mit. Gleichzeitig habe die externe Suche nach einem neuen Opel-Chef begonnen. GM will nach Medieninformationen ein europäisches Führungsteam einsetzen, an dessen Spitze nach Möglichkeit ein Deutscher stehen soll. Reilly ist bei GM für das internationale Geschäft verantwortlich.
Auch die finanziellen Konsequenzen des neuen Engagements von GM bei Opel werden gezogen. General Motors zahlte einen weiteren Teil des Opel-Brückenkredits zurück. Die Opel-Mutter habe am Dienstag 200 Millionen Euro überwiesen, teilte GM mit. Die nun noch offene Summe von 600 Millionen Euro wolle der Konzern noch vor Ende November zurückzahlen, sagte GM-Europe-Finanzvorstand Enrico Digirolam. Das Darlehen hatte Opel über die eigens gebildete Treuhandgesellschaft erhalten.
Die Rückzahlung des Kredits an Bundes- und Landesregierungen ist Voraussetzung dafür, dass GM wieder vollständig in den Besitz der Opel-Anteile gelangt. Derzeit werden 65 Prozent der Opel-Anteile von einer Treuhand verwaltet. Sie war eingerichtet worden, um den mittlerweile abgeblasenen Opel-Verkauf zu begleiten und den bis zu 1,5 Milliarden Euro umfassenden Brückenkredit aus Deutschland zu verwalten.



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