Opel spaltet sich von GM ab

(Quelle: Tagesspiegel.de gefunden von: Markus_Webmaster) 2009.05.27

Opel steigt im Wert: Die europäischen Werke, Patente und der Zugriff auf Technologien sind vom Mutterkonzern GM schuldenfrei auf den deutschen Autobauer übertragen worden.

Opel hat im Ringen um seine Eigenständigkeit einen Durchbruch erzielt: Der Aufsichtsrat des Autobauers hat in einer außerordentlichen Sitzung der schuldenfreien Übertragung aller Unternehmenswerte wie der europäischen Opelwerke sowie der Patente und Technologien an die Adam Opel GmbH zugestimmt.

Damit ist nach der finanziellen auch die rechtliche Abkoppelung des neuen europäischen Konzerns mit seiner Hauptmarke Opel von der angeschlagenen US-Mutter General Motors (GM) perfekt. Das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen ist nun frei für einen neuen Investor und kann damit aus der drohenden Insolenz von GM herausgehalten werden.

Zu diesem Zweck haben die Aufsichtsräte auch das Treuhandmodell der Bundesregierung bejaht. Damit akzeptiert er für eine Übergangszeit ein übergeordnetes Gremium aus Vertretern der Regierung und dem Eigentümer GM, dem noch in dieser Woche die Insolvenz droht.

Bis zum Abend soll bei einem Treffen im Kanzleramt über Opels Zukunft entschieden und der künftige Investor festgelegt werden. Interesse an dem Unternehmen mit seinen 25.000 Mitarbeitern haben der Zulieferer Magna, Fiat, der Finanzinvestor RHJ und der chinesische Autokonzern BAIC, deren Konzepte bewertet werden sollen.

Bisher allerdings überzeugen die Angebote Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) noch nicht, der deshalb auch eine Insolvenz von Opel für möglich hält. Die Berater der Regierung haben ebenfalls ein vernichtendes Urteil über die unterschiedlichen Sanierungspläne gefällt und empfehlen nach Informationen des Handelsblatts deshalb, keinesfalls bereits an diesem Mittwoch einen Bieter auszuwählen. Eine Vorfestlegung wäre eine Katastrophe.

An dem Treffen nehmen neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Guttenberg auch die Regierungschefs der vier Bundesländer mit Opel-Standorten, GM-Europachef Carl-Peter Forster und ein Vertreter des US-Finanzministeriums teil. Bei den Gesprächen sollen zudem die Manager der Interessenten getrennt voneinander Rede und Antwort stehen.