| Der Rüsselsheimer Autohersteller Opel forciert seine Qualitätsoffensive und will in diesem Segment die Spitze übernehmen. "Opel soll führend werden in der Auslieferungsqualität, in der Dauerhaltbarkeit und in der Qualitätswahrnehmung durch den Kunden", sagte Wolfram Liedtke, Direktor Qualität bei General Motors (GM) Europa gestern in Rüsselsheim. Opel habe die richtigen Konzepte und sich schon erheblich verbessert, was auch unabhängige Tests bestätigen, bei denen Opel regelmäßig im vorderen Feld landet. "Wir sind aber noch nicht da, wo wir hinwollen und müssen noch eine Menge Arbeit leisten." |
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Ansporn liefern den Rüsselsheimern das gute Abschneiden der Marke mit dem Blitz bei unabhängigen Test und die zuletzt guten Verkaufszahlen. Ob Kundenzufriedenheit, Pannenstatistik oder Tüv-Report, regelmäßig landen die Rüsselsheimer im vorderen Feld. Das war schon anders. In den 90er Jahren beherrschten Schlagzeilen wie "Der Abstieg der Marke Opel" die öffentliche Wahrnehmung. "Das hat uns weh getan, war aber auch nicht unberechtigt", sagte Liedtke. Früher habe Volumen mitunter eine höhere Priorität gehabt als die Qualität, was ein Fehler gewesen sei. Doch mit den rückläufigen Marktanteilen begannen die Rüsselsheimer, die Fehler zu erkennen und aus ihnen zu lernen. Qualität rückte in den Fokus - und Absatz und Schlagzeilen besserten sich. "Opel meldet sich eindrucksvoll zurück" und "Siegertypen aus Rüsselsheim" heißt es jetzt. Nach der Katastrophe hat GM ein Qualitätssystem etabliert, das bis in den letzten Winkel des Unternehmens und bis in die kleinste Arbeitsgruppe dringen und jeden einzelnen Mitarbeiter erfassen soll. "Keiner soll mehr Fehler annehmen, selbst erzeugen oder weitergeben", so Liedtke. Im Werk manifestiert sich diese Philosophie direkt sichtbar in der so genannten Andon-Leine: Eine Reißleine, die entlang des kompletten Fertigungsweges gespannt ist, und die die Mitarbeiter am Fließband ziehen sollen, sobald auch nur der kleinste Fehler auftritt. Ein Alarm wird ausgelöst, sofort treten die Verantwortlichen zusammen und beratschlagen, was zu tun ist. Der Erfolg dieser Strategie ist messbar. So ging die Zahl der Garantiefälle laut Opel von 1999 bis 2004 um 65 Prozent zurück, die Kosten für Garantie und Kulanz um 20 Prozent - obwohl die Garantie in der Zwischenzeit auf zwei Jahre erhöht worden war. Doch Qualität umfasst heute mehr als ein fehlerfreies Auto mit einwandfreien Teilen und anstandslos funktionierender Technik. "Uns ist sehr bewusst, dass wir in den verschiedenen Aspekten der Qualität nur dann ganz nach vorne kommen werden, wenn wir unsere Kunden auch bei der Qualitätsanmutung und beim Gesamtauftritt des Autos völlig überzeugen", sagte Peter G. Dersley, Vize-Präsident Qualität bei GM Europa. Konkret heißt das: Neben Technik, Zuverlässigkeit und Lebensdauer treten zunehmend auch Styling, Komfort und Funktionalität ins Zentrum. |